Kurzsprechstunde mit Frédéric Brossier

In der 17. Staffel ist David Kästner als Sanitäter im Rettungswagen und in der Klinik unterwegs. Dabei begegnet er Lilli Gruber, welche die letzten Tage ihres Praktikums im Krankenhaus verbringt. Die beiden freunden sich an und verbringen privat Zeit miteinander.

In unserer Kurzsprechstunde haben wir Frédéric Brossier (im Foto mit Ronja Forcher) zu seiner Rolle David Kästner in „Der Bergdoktor“, den Dreharbeiten, Beruflichem und Privatem befragt.

Vielen lieben Dank für das Beantworten und Euch viel Freude beim Lesen!

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© ZDF/Erika Hauri

„Der Bergdoktor“

Auf die zu besetzende Stelle als Rettungssanitäter wurde ich aufmerksam durch …
Der Castingprozess lief im Prinzip ganz klassisch ab: Anfrage eines Castingbüros bei meiner Agentur mit anschließendem Live-Casting. Das besondere war, dass beim Live-Casting die Hauptdarsteller Ronja Forcher und Hans Sigl dabei waren und wir direkt miteinander gespielt haben. Hans hat während der Szene immer wieder spontan Assoziationsfragen eingeworfen wie „Hund oder Katze?“. Das hat alles ein wenig aufgelockert und man musste zwangsläufig wach im Kopf sein. Er wollte mich mit Sicherheit testen und das Zusammenspiel hat wirklich Spaß gemacht.

Vor meinem Einstieg in der Rolle des David Kästner wusste ich vom Bergdoktor …
... dass es die Serie gibt, hatte sie bis dahin aber noch nie gesehen. In Vorbereitung auf die Zusammenarbeit habe ich mir natürlich ein paar Folgen angeschaut und die Familie Gruber sofort ins Herz geschlossen. Ich war ehrlich gesagt überrascht, wie tiefgreifend und fesselnd die Folgen waren.

Ich habe die Rolle zugesagt, weil …
... als ich die Rollenbeschreibung gelesen habe, sofort dachte: Wow. Sehr interessant. Ein junger, gut ausgebildeter Rettungssanitäter, dem das tägliche Leid was, er zu sehen bekommt, zu sehr zusetzt. Der den Mut aufbringt, sich aus sicheren Strukturen zu lösen, um seinen eigenen Weg zu finden. Umgeben von der wunderbaren Familie Gruber und diesem atemberaubenden Bergpanorama. Ja. Das kann ich mir sehr gut vorstellen.

Ich bin die perfekte Besetzung, weil …
... das die Caster, die Produktion und Teile des Casts entschieden haben. Ich bin jetzt erstmal da, um zu spielen.

Meine Gemeinsamkeiten mit David Kästner sind …
Als medizinischer Fachangestellter ist es unter anderem Davids Aufgabe, Menschen in Empfang zu nehmen und Ihnen ein willkommenes Gefühl zu geben. Ich glaube, das liegt mir nicht fern.

Der Bergdoktor-Dreh gefällt mir, weil …
... ich zurzeit mit meiner Figur viel rum komme in der Bergdoktor-Welt. Die verschiedenen Orte kennenzulernen und wechselnde Herausforderungen anzunehmen, genieße ich sehr.

Mein bisher schönstes Erlebnis beim Bergdoktor-Dreh ist …
Ich möchte nicht zu viel verraten, aber in einer Folge verlassen wir gewohntes Terrain und haben mit einer kleinen Truppe in der Luft gedreht. So macht Arbeit richtig Spaß!

Die Zusammenarbeit insbesondere mit Ronja Forcher, aber auch den anderen Schauspieler*innen, bereitet mir Freude, weil …
... ich es sehr spannend finde, mit Schauspielenden zusammenzuarbeiten, die ihre Figuren seit mehr als 16 Jahren lang kennengelernt haben. Die Professionalität, Marotten und präzisen Feinheiten, die sich über so lange Zeit eingespielt haben, sind sehr lehrreich für mich.

Ich erinnere mich gerne an folgende Begegnungen mit Bergdoktor-Fans:
So viel Interaktion hatte ich ja noch nicht mit ihnen. Mich kennt ja noch keiner. Aber an einem Drehtag stand ich am Berghang mit meinem Spielauto „auf Anfang" und habe mich mit den Fans unterhalten können, bis es wieder mal aus dem Walkie schallte: „Und Action!“.

Berufliches

Zur Schauspielerei bin ich gekommen durch …
... das Glück einer wunderbaren Theater AG an meiner Schule. Da habe ich gemerkt, was für eine Freude mir das Schauspielen bereitet.

Meine schönste Rolle bzw. Produktion bisher waren …
... einige aus unterschiedlichen Gründen. Im Theaterstück „Wie man unsterblich wird“ von Sally Nicholls beispielsweise habe ich einen an Leukämie erkrankten Teenager gespielt und das Stück ist sehr ungewöhnlich: In der ersten Hälfte des Stücks haben wir mit den Zuschauenden gesungen, abgefeiert, uns verbündet. Im zweiten Teil stirbt meine Figur und ich spiele einen Familienvater, dessen Sohn an Leukämie stirbt. Dieser Switch und die spürbare emotionale Verbindung mit den Zuschauenden waren einzigartig.
Ich stand auch als Rio Reiser im gleichnamigen Stück vor über Tausend Zuschauenden in Berlin auf der Bühne. Die Kraft und politische Aktualität der Songs sowie mit einer wahnsinnig begabten Band und tollen Schauspielenden zu performen war unglaublich bereichernd.
Oder vor der Kamera meine Rolle Robbie in „All You Need“.
Kurz: Es gibt für mich nicht die eine Rolle, die herausragt.

Das Mitwirken in der Serie „All You Need“ über eine Clique homosexueller Männer in Berlin war eine tolle Erfahrung, weil …
Das war während der Corona-Pandemie. Die Theater waren alle geschlossen. Ich war ausgebrannt, pleite, perspektivlos und hatte mich bereits in andere Branchen beworben. Hatte fast schon das Handtuch geworfen wie einige meiner Kolleg*innen. Dann kam das Rollenangebot für „All You Need“. Meine erste größere Rolle vor der Kamera, nicht im Theater, und ich durfte in eine mir bis dahin kaum bekannte Welt eintauchen. Es war eine sehr liebevolle Arbeit mit einem sehr einfühlsamen Regisseur (Benjamin Gutsche) und ich mochte meine Figur. Heute weiß ich, was für ein Geschenk diese Arbeit war und bin sehr dankbar dafür, Teil der ersten deutschen Produktion zu sein, die das Leben homosexueller Männer als Hauptfiguren erzählt.

Meine Traumrolle wäre …
... Louis XIV: Ich möchte sehr gerne in einem historischen Film mitspielen. Und ich finde es spannend, den Größenwahn und die Extravaganzen des Mannes zu erforschen, dem im 17. Jahrhundert das halbe Europa nachzueifern versucht hat. Wie er eine ganze Epoche prägt und sich selbst als Sonnenkönig bezeichnet. Mega-spannend.

Das Theaterspiel über mehrere Jahre vor meinen TV-Engagements hat mich geprägt, weil …
... das Theater für mich einer anderen Verabredung als der Film folgt. Die Bühne hat einen anderen Authentizitätsanspruch, wodurch ich eben einen 13-jährigen Teenager spielen kann oder einen Greis oder Sultan Saladin (was ich im übrigen auch getan habe). Im Film ist das schwieriger. Die Spannbreite ist kleiner und das Spiel dezenter. Mich reizt zurzeit, mein Spiel immer mehr zu präzisieren und es dann auch auf der Kinoleinwand erleben zu können. Das ist mein Traum.

Meine Musicalerfahrung in „Rio Reiser. König von Deutschland“ und meine musikalischen Kenntnisse (Gitarre, Klavier, Percussion) bedeuten mir …
Musik ist für mich ein unglaublich wertvoller Rückzugsort. Sie beruhigt mich, belebt und trägt mich. Ich mache eigentlich täglich Musik. Sei es auf der Gitarre oder auf dem Klavier. Als Rio Reiser war es sehr bereichernd zu erfahren, was für eine Kraft und Energie man mit Musik freisetzen kann. Vor allem, wenn es seine „eigenen“ Lieder sind.

Privates

Meine Hobbys sind …
Ich lasse mich gerne zu Neuem inspirieren. Momentan mache ich meine Fallschirmspringer-Lizenz und verschiedene Tauchscheine. Ansonsten gehe ich diesen Winter Snowboarden, fahre gern Motorrad, spiele Padel oder was gerade anfällt. Ich bin aber auch immer für einen entspannten Brettspielabend zu begeistern.

Mein Lieblingsurlaubsziel ist …
... immer das Nächste. In diesem Fall: Indonesien.

Mein Lieblingsfilm ist …
Der Film, den ich auf jeden Fall am häufigsten gesehen habe, ist „Das Leben des Brian“ von Monty Python.

Meine Lieblingsmusik ist …
... von klassischer Klaviermusik über Deutsch Rap bis hin zum Techno ist alles dabei. Je nach Laune.

Meine größte Stärke ist …
Ich würde sagen, ich bin freundlich und meinem Gegenüber immer erstmal wohlwollend gestimmt.

Meine größte Schwäche ist …
Da fällt mir sofort eine Szene aus Trainspotting ein, in der die Figur im Bewerbungsgespräch darauf antwortet: „ Meine Schwäche ist im Prinzip, dass ich Perfektion bin!“

Zu einem perfekten Wochenende gehört für mich …
... Zeit mit meinen Freunden, Sport und Entspannung.

Ich würde gerne einmal essen gehen mit …
... Felix Lobrecht.

Als Kind hätte ich gerne ein Autogramm gehabt von …
Ich bin überhaupt kein Autogrammjäger oder Fan von etwas.. Hmm.. Als Kind: Guildo Horn 🙂

Entweder ... oder ... ?

Tee oder Kaffee?
Kaffee

Frühaufsteher oder Langschläfer?
Langschläfer

Meer oder Berge?
Beides

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Sommer

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Pizza

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Beides

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Zurzeit Dreharbeiten

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Zurzeit Klavier

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Los Angeles

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Hund

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