Eine Fan-Weihnachtsgeschichte der gemeinsamen Aktion
des TVB Wilder Kaiser und des Bergdoktor Fanclubs!

Diese Geschichte wird außer Konkurrenz veröffentlicht.

Bescherung einmal anders

von Stefanie Döhla

Der Weihnachtsmann sagt zu seinem Knecht: „Hey, Knecht Ruprecht, alter Gesell, fahr das Winterauto vor, aber schnell. Als ich gestern in den Keller ging, um die Geschenke in den Beutler zu packen, da fuhr’s mir recht garstig in den Nacken. Seither kann ich mich kaum noch rühren, der ganze Rücken schmerzt, jeden Wirbel kann ich spüren. Schon morgen wär die Zeit, von Haus zu Haus wir müssten eilen und an die lieben Kinderlein, die Geschenke rasch verteilen. Doch in meinem Zustand voller Qual und Schmerz, kann ich das nicht schaffen, ich alter Knerz. Zum Gruberhof müssen geschwind wir düsen, die Praxen der Ärzte über die Feiertage alle schließen; denn ich hab’s schon überall probiert, doch alle haben mich schnell abserviert. Doch dann fiel mir ein: einer lässt den Weihnachtsmann bestimmt nicht allein und wird mein Arzt und Helfer sein. Oh heiliger Immanuel, flehend bete ich dich an, lass ihn zu Haus‘ sein, damit er mir ein Spritzlein geben kann; so dass ich mich nicht weiter quäl und ziehen kann die Kinderlein in den weihnachtlichen Bann.“ Der Knecht Ruprecht, der alte Grantlhuber, schimpfte derweil heftig und laut: „Das kommt davon, wenn man auf ein Winterauto nur vertraut. Die Rentiere, das waren halt noch treue Gefährten, die sich bei Wind und Wetter Jahrzehnte lang bewährten.“ Aber dann ist der Wagen zum Glück doch noch angesprungen, das hat ihm sogar ein kleines Lächeln abgerungen. Sie blickten voll Erwartung und Hoffnung zum Hof empor, aus dem Schlot der Grubers stieg in der Ferne verheißungsvoll Rauch hervor. „So Chef“, sagte der Knecht, „wir starten durch, ist das denn recht?“ „Natürlich, los, machen wir schnell, denn je eher mir geholfen, desto früher ist Bescherung, gell.“

Auf dem Weg nach oben sahen sie dem Treiben auf dem Dorfteich zu, alles lag im verschneiten Weiß in seliger Ruh‘. Der O’hara schon zugefroren, 15 cm dickes Eis er misst, für die Kinder er ein Traum zum Spielen ist. Im Eishockey wird sich probiert und den Großeltern Pirouetten und Sprünge wie Axel und Lutz mal eben vorgeführt. Das war sehr schön anzuschauen, und sie beide wussten, die Kleinen würden morgen alle auf sie bauen. Sie waren sich einig: „Wir können sie nicht enttäuschen, nein, wir müssen wie jedes Jahr ihre Weihnachtsboten sein.“ Sie bogen am Ortsrand in die Baumgartner-Allee ein, nur noch die Serpentinen hinauf, dann würden sie angekommen sein. Da lag er, friedlich, still und leise, der Gruberhof auf ganz idyllische Art und Weise. Doch zu ruhig schien es den beiden fast zu sein, hoffentlich ist auch jemand hier daheim. Den Chef aus dem Auto erst gehoben und Ihn auf die Bank vorm Haus geschoben. So wirft Knecht Ruprecht einen hoffnungsvollen Blick hinein, ins Gruberische Heim. Kein Laut war zu hören, alles ganz still, die Vorweihnachtsruhe wenn man so sagen will. Ein paar vage Schritte er ins Haus gemacht, er klopfte leise, denn es war schon finster und fast Nacht. Dann hörte er es knarren das Holz der Dielen, aus allen Ecken von der Treppe her sie ihn überfielen. Bis sie erkannten im Schein der Kerzen, wer vor Ihnen stand, und ein Stein fiel ihnen vom Herzen, das keinen Einbrecher man fand. Die Grubers wunderten sich gar sehr, warum kommen der Knecht Ruprecht und der Weihnachtsmann denn zu ihnen her. Sie erklärten ihnen nun ihre Lage und stellten dem Doktor ihre Frage. Kann er behandeln den Schmerz im Nacken, dass er morgen die Geschenke bringen kann den Racken? Gar sehr tut ihm sein ganzer Rücken weh, für seinen Job am morgigen Abend er sich gar nicht in der Lage seh‘. Der Dr. Gruber ihm erklären muss, er ist grad selber noch nicht ganz in Schuss. Der Tag war lang, die Nacht hat noch nicht ganz begonnen, er hat sich nach dem abrupten Aufstehen noch nicht wieder ganz besonnen.

Nach einer Tasse Kaffee für die Runde, kam schließlich die ernste, bittere und wahre Stunde. Der Martin den Weihnachtsmann nun gründlich untersuchte, ihn schonend abzutasten er versuchte. Erst den Nacken, dann den Rest: „Ach herrje, da ist ja betroffen „the whole chest“. Das war mal wieder wie gewohnt, mit Fachwörtern und Englisch hat er noch niemanden verschont. Der ganze Brustkorb sei verspannt, das habe er beim ersten Tasten schon erkannt. Doch um Näheres zu erkennen, müsse er ihn doch mal scannen. Im nahegelegenen CT, im Örtchen Forcher bei seinem besten Freund wohl einer steh‘; da werden sie ihn untersuchen und zu helfen ihm versuchen. Habe er denn noch andere Beschwerden, denn bis zur Untersuchung wird es morgen werden. Sein Kollege ist zur Stunde nämlich nicht vor Ort, einer holden Dame gab er des Abends charmant sein Wort. Mit ihr zu verbringen ein paar schöne Stunden und sich auszuruhen, denn genug hat er sich die Tage schon geschunden. „Nein, nein ansonsten ist alles ok, nur wie gesagt, es tut mir alles weh. Und morgen Abend muss auf der Höh‘ ich wieder sein für die braven Kinderlein. Nur gegen den Schmerz brauchst mir was rein zu jagen, damit morgen den Tag ich kann ertragen. ‚Fit-Spritzen‘ nennt man das doch heutzutage, damit ich auch noch lachen kann, wenn ich das Sackerl trage.“ „Oh lieber Weihnachtsmann, damit ich das sicher sagen kann, ist morgen erstmal die Durchleuchtung dran. Für’s Erste drück ich von der Firma Hennig dir ein gutes Spritzlein rein, das sag ich dir. Dann wird dein Schmerz gleich besser sein und du wirst haben Träume fein.“ “Oje“, denkt sich der Weihnachtsmann, „morgen ist doch die Bescherung dran. Ich kann doch nicht hier sitzen und auf Genesung harren, während die Kinder schon Ausschau halten nach meinem alten Karren; sie werden warten am Fenster bis ich komm und bringe die Geschenke, weil sie waren alle fromm. Und das alles ist ja nur gekommen, weil ich vor lauter Stress meine Medizin mal nicht genommen. Durch meine Masthenni grabi…Dingsda, da macht schon mal ein Muskel schlapp, dann rutscht man schnell mal wo hinab und ‚knack‘ da fährt’s dir ins Genack.“ Da fragte der Martin nochmal genauer, vielleicht ist er ja dann schlauer. „Wie war das, welche Krankheit hast du gleich nochmal genannt?“ „Irgendwas mit den Muskeln, Herr Doktor, das weiß ich auch, doch diese irren Namen sind wie Schall und Rauch. Masthenni grabi oder so, über jede Hilfe wäre ich froh.“ Der Doktor denkt nun kreuz und quer, eine Lösung die muss her. Wenn es um die Muskeln geht, Myasthenia gravis auf der Liste steht. Er fragt ihn, ob er das Wort kenne. “Oh ja, jetzt wo er’s nenne. Genau das ist die Krankheit meine, aber Heilung gibt es da wohl keine.“ Das stimmt schon, aber nur bedingt, man kann es lindern, wenn man das richtige dagegen nimmt. Doch leider musste er dem Weihnachtsmann nun sagen, dass er nach diesem Vorfall wohl erst wieder arbeiten kann nach Tagen. Es war ein Schock, der schoss ihm gleich in alle Glieder; das war es wohl mit dem „alle Jahre wieder“. Bloß, was soll aus der Bescherung denn nun werden, da wird‘s hageln die Beschwerden. Traurigkeit machte sich bei ihm und beim Knecht Ruprecht breit, denn es ist doch Vorweihnachtszeit. Und allein hat der Helferling nicht Können noch Kraft, zu vollbringen, was nur der Weihnachtsmann sonst schafft.

Da sagte Lilli zum Patienten ganz traurig: „Oje, deine Augen sind ja ganz glasig, lieber Weihnachtsmann. Wenn man nur wüsste, wie man dir helfen kann.“ Da hatte sie den rettenden Gedanken: Wir müssen nur schnell eben tanken. Dann steigen morgen alle ein, um los zu eilen und für den Weihnachtsmann die Gaben zu verteilen. Dann werden alle Kinderlein doch noch ‚froh und munter‘ sein. Denn extra für den Mann mit Barth haben diese keine Mühen sich gespart. Gelernt haben sie schon seit Tagen, um ihre Verse vorzutragen. Und diese Müh‘ und kindliche Freud, soll doch belohnt werden liebe Grubers Leut‘. Alle fanden die Idee ganz toll, und so luden sie am Abend noch die Autos voll. So schliefen auf dem Hof in dieser Nacht nun zwei besondere Gäste, doch schlafen konnten nur die zwei, denn sie schnarchten ganz schön feste.

Am frühen Morgen beim Frühstück der Tag begann, und jeder sich auf seine Aufgaben besann. Das war vielleicht ein reges Treiben, es durfte ja kein Kind im Dorf heut auf der Strecke bleiben. Jedem der Kleinen zauberten sie ein Lächeln aufs Gesicht, denn getrödelt wird bei den Grubers nicht. Alle hatten sie eine rote Mütze auf und schulterten einen großen Sack sich auf. Das war ein besonderer Tag für Groß und Klein, und ihnen allen floss die Vorweihnachtsfreude tief ins Herz hinein. Der Weihnachtsmann wartete in der Zwischenzeit und nutzte die Gelegenheit. Er ersann sich eine Kleinigkeit, die sie erinnern soll an jenen Tag für lange Zeit. Auch bei der Untersuchung beim Freund von Martin war er gewesen, dieser sagte ihm, die Krankheit sei so weit im Griff und von dem Vorfall sei er bald genesen. Als die Grubers kamen nach Haus, sah ihr Heim ganz anders aus. Umgeben war es von einem besonders hellen Schein, es fühlte sich wundersam an, als sie gingen hinein. Doch es hatte sich eigentlich nichts getan, nur dass da saß der bärtige Weihnachtsmann. Seine Beziehungen hat er spielen lassen, und die Grubers konnten es kaum fassen. Im Stall mit einem roten Band, ein kleines Kälbchen und ein Kätzchen man dort fand. „Die sollen so lange sie leben bei euch bleiben und euch meine Dankbarkeit für alles zeigen.“ Noch lange saßen sie gemütlich in der Runde und feierten bis zur späten Stunde. Diese Geschichte wird der Weihnachtsmann jetzt nicht mehr los, jedes Jahr ist sie zu erzählen noch famos. Denn wer den Schaden einmal hat zu leiden, wird wohl immer im Gedächtnis bleiben. So wurde die Masthenni grabi… Dingsda zum – wie der Knecht Ruprecht sagte – „Ronning-Gag“. Englisch war des Ruprechts große Pleite und wie auch der Weihnachtsmann mit seinem Fachchinesisch, hatte er damit die Lacher stets auf seiner Seite. Und die Moral von der Geschicht: „Tragt stets im Herzen Lieb‘ und Licht!“

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